Montag, 19. Februar 2018

Angstmörder (Nicholas-Meller-Serie, Band 1) von Lorenz Stassen

Als der notorisch erfolglose Anwalt Nicholas Meller die junge Nina empfängt, die sich bei ihm bewirbt, wird schnell klar: Nina sieht genauso gut aus wie auf dem Bewerbungsfoto, und – sie trägt einen körperlichen Makel. Ihr rechter Arm ist zurückgebildet. Ebenso schnell wird klar: Nina ist eine starke Frau, die kein Mitleid duldet und sich durchs Leben kämpft. Beide ahnen nicht, dass ihre Schicksale schon bald durch dramatische Ereignisse verschmolzen werden. Sie geraten in den Fall um einen unheimlichen Mörder, der seine Opfer mit chirurgischer Präzision einkreist und brutal umbringt. Was niemand weiß: Der Angstmörder hat sein nächstes Opfer schon ausgewählt …

Was mir an diesem Buch wirklich gut gefiel, waren die Hauptfiguren. Sie kamen glaubhaft und authentisch rüber, und die unvermeidliche Liebesgeschichte passte auch. Aber der eigentliche Plot …

Zunächst einmal handelt es sich hier nicht um einen Thriller, wie angekündigt, sondern um einen Krimi. Das ist, abgesehen von der Falschetikettierung, die wohl kaum die richtige Leserschaft ansprechen wird, nichts Schlimmes. Aber leider ist auch dieser Krimi nicht wirklich spannend. Dafür ist die Handlung viel zu konstruiert. Ich war knapp davor, das Buch unausgelesen wegzulegen, denn ich kam mir manchmal regelrecht veralbert vor. Die Handlungen der einzelnen Figuren waren manchmal recht unglaubhaft, andere sind sprunghaft und nicht nachvollziehbar.

Auch der Stil hat mich nicht überzeugt. Der Autor schreibt normalerweise Drehbücher, vielleicht liegt es ja daran, aber für so einen Roman ist der Stil zu nüchtern und zu sachlich, um den Leser in die Handlung hineinzuziehen.

Dass der Schluss dann auch noch schnell und knapp abgehandelt wird, als ob es der Autor schnell hinter sich bringen will, hat mich dann endgültig verärgert. Gute Unterhaltung ist anders.